Die Lust am Reiten verbindet den Turnierreiter mit dem Freizeitreiter aber auch mit dem Reiter mit Handicaps oder Behinderung. Durch die eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten der heutigen Umwelt leiden viele Kinder unter Störungen der Wahrnehmung. So entstehen Entwicklungsauffälligkeiten, die sich in einer Störung der Grob- oder Feinmotorik ausdrücken können.
Lust am Reiten für Menschen mit Behinderungen
oder:
Das Pferd als Ko-Therapeut
Hier setzt das therapeutische Reiten ein. Als nachholender Entwicklungsreiz ist die Fortbewegung auf dem Pferd eine große Hilfe für die Betroffenen. Der gleichmäßige Bewegungsablauf eines Pferdes im Schritt regt das menschliche Gleichgewichtssystem an.
Außerdem gibt die Fortbewegung auf dem Pferd Hilfestellung für die geistige Entwicklung. Die Konzentration wird geschult und die Ausdauer gestärkt.
Darüber hinaus spricht der Umgang mit dem Lebewesen Pferd direkt die Gefühlsebene an. Pferde leben von sich aus in engen sozialen Beziehungen. Dies nutzen wir aus wenn wir sie zum Ko-Therapeuten machen. Die emotionale Bindung zwischen dem Menschen und dem Therapiepferd schafft ein Gefühl von Geborgenheit und Gelassenheit. Das ruhige Getragenwerden tröstet und schafft Vertrauen in die Welt: Durch diese Zuwendung kann in seelischen Stresssituationen Stabilität vermittelt werden.
Von diesen verschiedenen Ansätzen des therapeutischen Reitens profitieren Kinder, Jugendliche und Erwachsene, gleich ob es sich um eine körperliche oder geistige Problematik handelt. So stellt auch die Behinderung keine Einschränkung in der Freude am Reiten dar!
Um den Austausch aller Reittherapeuten im Kreis Minden-Lübbecke zu verbessern, wurde gerade ein Gesprächskreis gegründet, der die Aktivitäten bündeln soll und eng mit dem Vorstand des Kreisreiterverbandes zusammenarbeitet.
Dr.med. Beate Lubbe
Ärztin für Allgemeinmedizin
Dipl.Reittherapeutin SGTR
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Therapeutisches Reiten

